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O s t r o h e

Das erstmalig 1404 erwähnte 670 ha große Geestdorf Ostrohe (östliche Rodung) hat in den vergangenen Jahrhunderten einen rasanten Wandel erfahren. Der Name des Ortes ist jedoch schwer zu deuten. Die letzte Silbe "oh" wird Wald bedeuten. Möglich ist auch, dass der letzte Teil des Namens von der germanischen Frühlingsgöttin Ostara herstammt. Ursprünglich war es ein reines Bauerndorf mit 13 Hofstellen mit 150 Einwohnern (1885), dass bis 1945 auf 240 "Seelen" angewachsen war.

1957 war die Bevölkerung auf 530 (incl. 270 Flüchtlinge) , 1998 auf über 960 Einwohner gestiegen. Die Besiedelungsgeschichte reicht aber viel weiter zurück: An der Kreisstraße nach Weddingstedt (K 178) finden sich die Überreste eines Steingrabes, der mächtige "Steenoben" (Hünengrab), aus der Zeit um 2600 v.Chr. sowie die Funde zahlreicher steinerner Beile, Messer usw. am Vossberg, der am Alten Landweg nach Heide liegt. Von den 13 Bauernhöfen haben gerade einmal 3 Vollerwerbsbetriebe überlebt. Heutzutage leben vor allem Menschen im Dorf, die nach Heide oder anderswo hinfahren, um einer Erwerbstätigkeit nachzugehen. Trotzdem ist Ostrohe kein "Schlafdorf", sondern hat seinen ganz eigenen Charme behalten können.

Verdanken ist dies besonders dem regen Dorfleben, in dem alte Traditionen wie das "Buerreeken" (erstmalig 1558 erwähnt) weitergepflegt werden. Am Tage der jährlichen Versteigerung der Straßen- und Wegerechte an die männlichen Dorfbewohner ist das Plattdeutsche offizielle Dorfsprache. Neben dem Pferdesport (Ringreitergilde von 1946; Ausrichter des Landesringreitens 1998, 250 Mitglieder), den es seit Menschengedenken im Dorfe gibt, ist Ostrohe durch den Sportverein Ostroher Sport Club (von 1972, über 600 Mitglieder) über die Ortsgrenzen hinaus bekannt geworden.

Zur Zeit ist es vor allem die Tischtennissparte des OSC, die für Erfolge sorgt. Eine im Frühjahr 1999 eingeweihte moderne Turnhalle wird von vielen Dorfbewohnern - auch zum Feiern - gerne genutzt.

Dem Gemeinwesen dienen die 32 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr, die 1996 ihr 50.Jubiläum feiern konnte, wenn auch die Tradition des gemeinsamen Brandschutzes bis in das Jahr 1776 zurückreicht. Die Dorfschule hat kaum mehr als 50 Schüler, die in 3 Klassenräumen von 2,5 Lehrkräften unterrichtet werden. Im einzigen Gasthof (Pohns) und im Dorfgemeinschaftsraum finden viele Veranstaltungen und Familienfeste statt. Der letzte Einkaufsladen hat schon vor vielen Jahren seine Türen geschlossen.


Trotz alledem lebt es sich sehr gut in Ostrohe und die Einwohner fühlen sich überwiegend gut aufgehoben in "ihrem" Ostrohe.
Das liegt auch mit an der herrlichen Landschaft, die das Dorf umgibt: Das 1972 eingerichtete Landschaftsschutzgebiet Ostroher/Süderholmer Moor bietet auf 283 ha vielen Pflanzen und Tiere, die teilweise auf der "Roten Liste" stehen, eine intakte Heimat.

Der Schulwald wurde 1963, 1971 und 1985 Landessieger in Schleswig-Holstein. Die so genannten Kreistannen auf der einen Seite und die offene Landschaft zur Broklandsau komplettieren diese einzigartige Mischung reizvoller Landschaftsformen.

Eine Besonderheit hat Ostrohe außerdem noch zu bieten: Die einzige DEUTSCHE ZWEIRADSAMMLUNG, zusammengestellt von Walter Thede.

Diese einzigartige Privat-Sammlung umfasst 223 Motorräder aus den Jahren 1910 - 1982 und 40 Fahrräder aus den Jahren 1870-1993. Das Besondere: Alle Fahrzeuge sind aus deutscher Produktion und die Sammlung der motorisierten Zweiräder (Mofa, Moped, Roller und Motorräder) ist komplett.


Verkehrstechnisch ist Ostrohe an den Heider Stadtbusverkehr (stündliche Busverbindung) angeschlossen und wird auch von den Überlandlinien angefahren. Mit dem PKW ist das Dorf über die Landstraße Heide - Erfde (L150) oder die Kreisstraße 43 als Querverbindung zur B5 in Weddingstedt gut zu erreichen.
An Wirtschaftsbetrieben finden sich neben den Bauernhöfen: Gaststätte, Übernachtungsmöglichkeit, Glaser, Fensterherstellungsbetrieb, Fuhrunternehmen, Metallschlosser, Gerüstbauer, Tischler, Maler, Gewerbehof Adam und das Betonwerk.